Edition Vincent Klink

Baden-Baden / Frieder-Burda Museum

11. Februar 2026 | Kunst

Max Liebermann und seine Zeitgenossen, um die Jahrhundertwende vom Neunzehnten ins Zwanzigste. Die Wucht des deutschen Expressionismus kam gerade in Gang. Die Künstlervereinigungen „Die Brücke“ oder „Der Blaue Reiter“ finde ich bemerkenswerter, als den französischen Expressionismus. Gewiss , so pauschal darf man nicht urteilen. Sicher ist, der deutsche Expressionismus, er ist rau, unerbittlich und wird womöglich wegen seiners Wahrheit sgehalts viel zu wenig gewürdigt.

Diesmal, in Baden Baden ging es aber um den Impressionismus und vorwiegend um Max Liebermann. Er ist der große Könner, ein Virtuosen des Lichts, der Sonnensprenkel, der differenzierten Schatten und vor allem der Farben. Max Liebermann war ein ganz Großer, von enormem technischen Können. Was ein Sujet anbetrifft, hatte ich aber immer gewisse Zweifel, die ich immer noch habe. Er malte letztendlich nur das Schöne, kritische Gedanken, soziale Spannungen oder Ähnliches ließ er nicht einfließen. Vor vielen Jahren kaufte ich eine von Liebermann signierte Lithographie, die glaube, dass sie, trotz Signatur kaum hundert Mark gekostet hat. Diese Litho stellte allerdings ein totes Pferd dar, was sicherlich nicht in die Wohlfühlzone von Liebermannsammlern passte. Ansonsten bei Liebermann nur Schönheit, Gedanken, die mich mit Ambivalenz nach Baden-Baden trugen.

Denken hilft, denn andererseits, die französischen Impressionisten, eindeutig viel früher dran als Liebermann, sie malten auch nur das Schöne. Man denke an August Renoir, die Mohnblumen und eine junge Schönheit im hohen Gras, oder an den impressionistischen Dauerlutscher, die Seerosen von Claude Monet. Alles schöner Farbenrausch, den ich wirklich liebe. Aber warum bin ich mit Liebermann streng. In der Austellung hingen auch einige kleinere Formate von Lesser Ury, die kaum jemand beachtete. Dieser Künstler und von mir verehrte Maler transportiert zahlreich Schwermut, Dunkelheit, Sauwetter und alles was zum Deutschen Leiden dazugehört. Liebermann ist das Gegenteil und ich zwickte mich in die Backe. Beides ist Wichtig, der Liebhaber der Malerei braucht Kontraste, oder anders, wo Licht, da auch Schatten.

Es war ein trüber Nebelsonntag zu einem  der schönsten Museen-Galerie die ich kenne, das Burdamuseum im Baden-Bader Park. Von dem Amerikaner Richard Meyer 2004 fertiggestellt verschwendet das Ensemble viel Platz für Geländerschrägen, um von einem Stockwerk zum anderen zu gelangen. Gerade dies macht aber das Frieder-Burda-Museum selbst zu Kunstwerk. Ich würde es gerne mal besuchen auch wenn es leer wäre.

Heute malte ich aus der Erinnerung ein Paar, das mich etwas neidisch machte. Ich als Solist, und die beiden untergehakt.