von Vincent Klink | 9. Februar 2025 | Kunst
von Vincent Klink | Briefe an Laura
Liebe Laura, dies Bild ist nicht von Winston, sondern von Rogier van der Weyden. Künstlerisch war Churchill weitaus einfacher gestrickt. Doch er war leidenschaftlicher Hobbymaler, aber auch illusionsloser Kämpfer, Militarist und moralisches Bollwerk gegen die Nazis und zur mentalen Stärkung seines Volkes schwer im Einsatz, schlichtweg ein bemerkenswert starker Charakter. Dies schon, aber nicht nur. Auf der anderen Seite plagten in erhebliche Depressionen, er nannte sie :”Mein schwarzer Hund hat mich wieder.”
Aus diesen Tiefs arbeitete er sich mit Hobbymalerei heraus. Ich selbst leide erfreulicherweise nicht an Depressionen, aber manchmal an unproduktiver Faulheit, Lustlosigkeit, und das alle gewürzt mit etwas Melancholie. Aber, das habe ich von Churchill gelernt: Wenn gar nichts mehr geht, Zeichnen und Malen hilft.
Lesen Sie das schmale Büchlein von Winston Churchill, es nennt sich: “Zum Zeitvertreib” und macht Mut zum Kreativen. Obendrein ist der schmale Band voll mit hilfreicher Philosophie. Churchill der Fels in der Brandung des Zweiten Weltkriegs, der kraftvolle Stratege, oft auch rücksichtslos, verät sich mit diesem Buch als sehr sensibel und feinsinnig.
Also “Zum Zeitvertreib”, erschienen bei Hoffmann und Campe in Hamburg.
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Man sieht, ich habe mir einen flotten Strich angewöhnt.
Egal wie zittrig und unbeholfen, einfach drauflossudeln. Nicht irgend ein Vorbild abmalen. Lassen Sie Ihre Kraft von innen nach außen strömen. Egal wie unbeholfen, aber es einzig und allein Ihr Gefühl das strömt.
Nicht lange überlegen, schnell drauflos. Die Zeichen und Malversuche nicht wegschmeissen. Später sieht man sie in ganz anderem Licht. Es geht nicht um große Kunst, sondern um ursprüngliche Kraft. Ich zeichne mit dem billigsten Lamyfüller und mit wasserfester Tinte der Firma “Bohrer und Klinger, Leipzig”. Für den Füller braucht es zusätzlich einen Lamy Konverter. Der wird gefüllt mit dokumentechten Tinte und in den Füller eingesteckt wie eine Tintenpatrone.
Wie gesagt, wir sudeln los und radieren funktioniert mit der Tinte nicht. Egal wie krumm und scheps der Strich wird. Stehen lassen und dies akzeptieren.
von Vincent Klink | 26. Januar 2025 | Kunst
Wer sich darin auskennt hat auf alle Fälle fundamentales Wissen. Goethe hat sich damit beschäftigt und vorwiegend die Gefühlssituation und das Emotionale vorangestellt. Isaac Newton fokussierte auf die physikalischen Zusammenhänge. Johannes Itten, Kunstpädagoge des Bauhauses. Er erfand den Farbkreis und beschäftigte sich fundamental mit Primär und Komplementärfarben und entwickelte unwiderlegbare Gesetzmäßigkeiten. Wilhelm von Bezolds entwickelte winw Farbenlehre der Intervalle und Dreiklänge und bestimmte eine Harmonielehre der Farben in einem zwölfteiligen Farbkreis. Innerhalb diesem theoretischen Gemenges habe ich jahrelang herumgekrebst und konnte manches auch mangels Hirnmasse nicht erfassen.
Dann fing ich an meinen Farbkasten ganz nach Laune und geringfügigen Regeln (Blau und Gelb gibt Grün…) zu erforschen. Ich erinnerte mich auch, dass der Gipfel der Pädagogik die Nachahmung ist. Eltern machen vor, Kindern machen es nach. Dasselbe Prinzip, das ich auch in meiner Küchenausbildung pflege.

Ich kapierte, dass man Bilder in echt angucken muss. Nichts gegen iPad und Monitor, klar, eigentlich könnte es genügen. Besuche ich jedoch eine Galerie werden ganz andere Sinnlichkeiten frei, ich bin dann auch aufmerksamer. Ähnliche Erfahrung macht man auch, wenn man in ein Live-Konzert geht, oder selbst den Unterschied einer CD und Vinyl-Platte spürt.

Die Devise heißt also Augen auf. Für mich ist dafür die wichtigeste Epoche der deutschen Expressionismus. Mein Lieblingsmuseum ist das Lenbachhaus in München. Insbesondere schaue ich mir die Gemälde von Gabriele Münter an. Satte Farbigkeit, extreme Kontraste kann man sehen und trotzdem ist nichts bunt sondern verwandschaftliche Farbigkeit.
Im Norden konnte ich auch etwas Besonderes erleben. Wie das Lenbachhaus gefällt mir auch die Architektur das Noldemuseums in Seebüll, unweit der Nordsee. Emil Nolde ist für mich einer der ganz Großen der Kunst und der Farbe. Gewiss, er war ein übler Nazi, Judenhasser und sein Charakter alles andere als gut. Wenn ich in seinen Bildern versinke, gibt es den Menschen Nolde nicht, es gibt nur seine Kunst.
PS: Unglaublich interessant ist das “A Dictionary of Color Combinations” Der Japaner Sanzo Wada entwickelte Farbkombinationen zwischen 1933 und 1935. In Buchform kam es 2010 in den Handel. “Die Zeit” rezensierte es als: “Inspirationsquelle mit einer fesselnden Auswahl an Farbtönen von denen wir nicht einmal wußten, dass sie existierten. Daran kann mehr sher gut sein Auge schulen. Gibt man den Titel bei Google ein, wird man sofort fündig.
von Vincent Klink | 29. November 2024 | Kunst
Momentan stürzt Vieles auf mich ein. Zehn Tage im Rhonetal und in der Provence, weg vom Betrieb und meiner täglichen Arbeit, haben mir nun eine Aufholjagd beschert. Allesamt handelt es sich um Schönes und Gutgemeintes. Mein Schwabenbuch ist frisch in den Buchläden und es häufen sich die Lesungen. Insgesamt gesehen habe ich dadurch keine ruhigen fünf Minuten und so müssen meine künstlerischen Vorlieben zurück stehen. Wahrscheinlich ist das alles besser, als wenn mir langeilig wäre und ich mit Chips und Bier vor dem Fernseher hinvegetieren würde.
von Vincent Klink | 11. Juni 2024 | Kunst
Es gibt ein berühmtes Buch, “Der Maler und sein Modell”. Ich habe auch meine Modelle, es ist meine kleine Schafherde. Ein Bock und drei Auen, wie man die weiblichen Schafe nennt. Da ich nix Normales mag, mussten es besondere Schafe sein, nämlich Schafe von der Insel Quessant, die vor Frankreich, weit im Atlantik liegt. Die Tiere sind ungefähr kniehoch und meine ganze Freude und Entspannung.
von Vincent Klink | 11. Juni 2024 | Kunst
Der Einblattdruck war ein Schuss in den Ofen. Für ein Blatt Papier will niemand so viel Geld ausgeben. Irgendwie kann ich das auch verstehen. Ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat für diesen Preis ist schließlich auch eine gute Alternative.
ACHTUNG
Wer als Gast in der Wielandshöhe speist, und den Service auf den Einblattdruck anspricht, bekommt ein Exemplar geschenkt.